Von zu viel Kraft bis zur Angst vor Fehlern: Alle zehn Punkte hier sind normale Anfängererfahrungen, keine echten Probleme. Wichtig ist nur, rechtzeitig abzuklopfen und Fragen zu stellen.
Viele Menschen möchten Brazilian Jiu-Jitsu (BJJ) ausprobieren, wissen aber nicht genau, was sie erwartet. Das ist völlig normal. Fast jeder Anfänger macht beim ersten Training die gleichen kleinen Fehler – und genau deshalb sind sie auch überhaupt kein Problem.
In diesem Artikel zeigen wir dir die zehn häufigsten Fehler beim ersten BJJ-Training und geben dir Tipps, wie du entspannt und mit Spaß in dein neues Hobby startest.
Die ersten fünf Fehler
1. Zu glauben, man müsse bereits fit sein
Einer der häufigsten Irrtümer ist, dass man erst fitter werden muss, bevor man mit BJJ anfangen kann. Die Wahrheit ist genau andersherum: Du wirst durch das Training fitter. Niemand erwartet von einem Anfänger eine Top-Kondition oder perfekte Beweglichkeit. Trainiere einfach in deinem eigenen Tempo und genieße den Lernprozess.
2. Zu viel Kraft einsetzen
Viele Einsteiger versuchen, jede Bewegung mit möglichst viel Kraft zu lösen. Das führt meistens dazu, dass man schnell erschöpft ist und trotzdem nicht erfolgreicher wird. Brazilian Jiu-Jitsu basiert auf Technik, Timing und Hebelwirkung. Mit der Zeit lernst du, deutlich effizienter zu arbeiten und weniger Kraft zu benötigen.
3. Angst davor haben, Fehler zu machen
Niemand erwartet Perfektion. Jeder Black Belt war einmal Anfänger und hat dieselben Fehler gemacht. Im Gegenteil: Fehler gehören zum Lernprozess dazu. Wer Dinge ausprobiert und auch mal scheitert, entwickelt sich langfristig schneller.
4. Sich mit Fortgeschrittenen vergleichen
Vielleicht trainierst du neben jemandem, der seit fünf oder zehn Jahren BJJ macht. Natürlich wirkt das beeindruckend. Vergleiche dich aber nicht mit anderen, sondern nur mit deinem eigenen Fortschritt. Schon nach wenigen Wochen wirst du merken, dass dir viele Bewegungen leichter fallen als am ersten Tag.
5. Zu verbissen gewinnen wollen
Beim Training geht es nicht darum, möglichst viele Trainingspartner zu besiegen. Das Ziel ist, gemeinsam besser zu werden. Wer jedes Sparring als Wettkampf betrachtet, lernt oft langsamer und erhöht das Verletzungsrisiko. Nutze jede Trainingsrunde stattdessen als Möglichkeit, neue Techniken auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln.
„Das Tappen gehört ganz selbstverständlich zum Brazilian Jiu-Jitsu. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein wichtiger Bestandteil eines sicheren Trainings. Nur wer bereit ist, Fehler zu machen, kann auch etwas lernen.“
Fehler 6 bis 10
6. Nicht rechtzeitig abklopfen
Im Brazilian Jiu-Jitsu wird mit Hebeln und Würgegriffen gearbeitet. Sobald eine Technik sitzt, solltest du einfach tappen. Wer rechtzeitig tappt, kann entspannt weitertrainieren und langfristig Fortschritte machen. Die Gelenke jedes Mal bis ans maximale Limit zu bringen, bringt langfristig nur Verschleiß.
7. Nicht nachfragen, wenn etwas unklar ist
Gerade Anfänger haben oft das Gefühl, sie müssten sich alles selbst erschließen oder würden mit ihren Fragen den Unterricht aufhalten. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall. Trainer und erfahrene Trainingspartner helfen gerne weiter. Niemand erwartet, dass du beim ersten Training alles sofort verstehst – jeder Black Belt hat einmal genau dort angefangen, wo du heute stehst. Auf unserer Anfängerseite erfährst du außerdem, wie der Einstieg bei uns strukturiert abläuft.
8. Nach dem ersten Training aufgeben
Fast jeder fühlt sich nach der ersten Einheit etwas überfordert. Neue Bewegungen, unbekannte Positionen und viele Fachbegriffe können anfangs verwirrend sein. Das ist völlig normal. Die meisten merken bereits nach einigen Trainingseinheiten, wie schnell sie Fortschritte machen und wie viel Spaß Brazilian Jiu-Jitsu macht.
9. Zu viel Druck auf sich selbst ausüben
Nicht jede Technik funktioniert sofort. Manche Bewegungen brauchen Wochen oder sogar Monate, bis sie sich natürlich anfühlen. Das ist kein Rückschritt, sondern Teil des Lernprozesses. Geduld gehört zu den wichtigsten Eigenschaften im BJJ.
10. Das Probetraining zu ernst nehmen
Viele Menschen machen sich tagelang Gedanken vor ihrem ersten Training. Die Realität sieht meistens ganz anders aus. Niemand bewertet dich, niemand erwartet Höchstleistungen. Die meisten Teams freuen sich einfach über neue Gesichter und helfen dir dabei, dich schnell wohlzufühlen.
Was erwartet dich beim ersten Probetraining?
Zu Beginn lernst du deinen Trainer und deine Trainingspartner kennen. Anschließend folgt ein gemeinsames Aufwärmen, bevor einige grundlegende Techniken gezeigt werden, die du gemeinsam mit einem Partner übst.
Je nach Kurs kann am Ende noch leichtes Sparring stattfinden. Wenn du dabei noch nicht mitmachen möchtest, ist das völlig in Ordnung. Niemand wird dazu gedrängt. Das Wichtigste ist, dass du einen ersten Eindruck vom Brazilian Jiu-Jitsu bekommst und Spaß am Training hast.
Bereit für dein erstes Training?
Egal ob sportlich oder zum ersten Mal in einer Kampfsportschule – bei Hilti BJJ Berlin bist du herzlich willkommen.
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Jeder beginnt einmal bei null.
Die größten Fortschritte machen nicht die talentiertesten Sportler, sondern diejenigen, die regelmäßig trainieren, offen für Neues sind und Freude am Lernen haben. Lass dich nicht von Nervosität davon abhalten, dein erstes Training zu besuchen.
Häufige Fragen zum ersten BJJ-Training
Muss ich vor dem ersten Training bereits fit sein?
Nein. Du wirst durch das Training fitter, nicht umgekehrt. Niemand erwartet von Anfängern eine bestimmte Kondition.
Was, wenn ich während des Trainings Angst bekomme?
Du kannst jederzeit abklopfen ("tappen"), wenn dir eine Position unangenehm ist. Das ist ein normaler, respektierter Teil des Trainings.
Muss ich beim Probetraining sparren?
Nein. Leichtes Sparring findet je nach Kurs eventuell am Ende statt, ist aber nie verpflichtend.
Was, wenn ich eine Technik nicht verstehe?
Einfach nachfragen. Trainer und Trainingspartner helfen gerne weiter – niemand erwartet, dass Anfänger alles sofort verstehen.
